Glossar

Adaptives Immunsystem (adaptive immune system)
das nicht- angeborene, spezifische Immunsystem. Es gehören die APC, sowie die Lymphozyten dazu.

Agonistische Antikörper
sind gegen Rezeptorproteine gerichtet und können unter Umständen die Wirkung der physiologischen Liganden auslösen.

Allogen
Gewebe von einem anderen Individuum derselben Spezies.

Allogene Transplantation
Gewebe wird von einem anderen Individuum derselben Spezies transplantiert. Im Gegensatz dazu steht die Eigentransplantation (Autologe Transplantation)

Anaphylaktischer Schock
stärkste mögliche Sofortreaktion auf ein Allergen. Kann zum Versagen des Herz-Kreislaufsystems führen.

Angeborenes Immunsystem (innate immune system)
das unspezifische Immunsystem entsteht durch eine Zusammenarbeit von zellulär vermittelten Abwehrmechanismen wie Phagozytose, Entzündungsreaktionen, sowie Aktivierung des Komplementsystems. Eine weitere nicht zu verachtende Rolle spielen physikalische Barrieren, wie zum Beispiel die Haut und physiologische Barrieren, wie der pH-Wert eines Milieus.

Antagonismus
zwei Signalwege schwächen sich gegenseitig ab. Gegenteil von Synergismus.

Antagonistische Antikörper
Antikörper, die gegen Rezeptorproteine gerichtet sind und den Rezeptor für die physiologischen Liganden blockieren können.

Antigen
Substanz (z.B. Protein), die von Immunsystem erkannt wird, weil sie spezifisch an z.B. Antikörper bindet.

Antigen-präsentierende Zellen (antigen presenting cells, APC)
Prozessieren Antigene, damit T-Lymphozyten diese leichter erkennen können. Sie ‚präsentieren‘ den T-Zellen Bruchstücke (kurze Peptide) des Erregers. Zu den APC gehören Monozyten, Makrophagen, dendritische Zellen und B-Lymphozyten.

Antiinflammatorisch
immunsuppressiv

Antikörper (antibodies)
Heterogene Glykoproteine, die einen großen Teil der Immunantwort eines Organismus durchführen. Auch Immunglobuline genannt, folgende Untergruppen gibt es: A, D, E. Schreibweise: zB IgA.

Apoptose
Programmierter Zelltod; wird zB durch genetische Information der betreffenden Zelle oder durch Immunzellen reguliert; tritt nach irreversiblem Ausfall oder Veränderung der Zellfunktionen auf und ist eine morphologische Veränderung der Zelle. Siehe auch --> Nekrose

Autologe Transplantate
Transplantation von Gewebe einer Körperregion auf eine andere desselben Patienten.

Basophile Granulozyten
Setzen bei einer Infektion toxische Substanzen frei.

B-Lymphozyten
gehören zu den Lymphozyten. Wenn eine individuelle B-Zelle durch einen ihrer Rezeptoren (membrangebundene Antikörper) an ein ‚passendes‘ Antigen andockt, wird sie zur sogenannten Plasmazelle, die viele passende Antikörper sezerniert. Dadurch können ‚markierte‘ Antigene auch von anderen Immunzellen erkannt werden.

Blot
Membran (meist aus Nitocellulose)mit transferiertem Material, z.B. Protein.

Brudermord
Bezeichnung von gegenseitiger Zerstörung durch Apoptose von zytotoxischen T-Zellen. Tritt auf, wenn zu vernichtendes Antigen nach abgeschlossener Immunantwort nicht mehr vorhanden ist und zytotoxische T-Zelle immer häufiger auf ‚sich selbst‘ stoßen. Es kommt zur klonalen Kontraktion.

CD
engl. cluster of differentiation

CD4-Rezeptor
Abkürzung für cluster of differentiation 4. Es handelt sich um ein Glykoprotein, das an der Oberfläche der Zellen des Immunsystems vorkommt. Tests zur Erhebung der Zellanzahl, die dieses Molekül tragen, erlauben Einblicke in den Zustand des Immunsystems.

CD8+
Abkürzung für cluster of differentiation 8. Dieses Protein ist in die Zellmembran der T-Zellen eingebaut und dient als Rezeptor. Mittels diesen können körpereigene Zellen erkannt werden, die somit nicht zerstört werden. Der Rezeptor ist ebenfalls ein wichtiges Werkzeug für die Erkennung von Krebszellen, welche oft nicht als körpereigene Zellen erkannt werden.

Chemokine
Signalmoleküle aus der Familie der Zytokine, die bestimmte Zellen anlocken.

Chimärismus
Tritt auf, wenn viele körperfremde Zellen in einem Organismus vorhanden sind und überleben können.

Cholangitis
Entzündung der Gallenwege

Clearance- Funktion
Diese Funktion haben die sekretorischen IgAs. Sie beschreibt das Ausschleusen von Antigenen, ohne dabei eine Entzündung hervorzurufen, da die Immunglobuline der Klasse A die Kaskade nicht aktivieren.

Degranulation
Freisetzung von Sekreten (z.B. Signalmoleküle) einer Zelle, durch Fusion vieler Vesikel mit der Zellmembran.

Dendritische Zellen
gehören zu den APC und entwickeln sich aus Monozyten. Außerdem sezernieren sie Zytokine und halten so die spezifische Immunantwort aufrecht.

Differenzierungsmarker
Oberflächenmoleküle der Lymphozyten, die eine Einteilung dieser erlauben. Zum Nachweis, sowie zur Erkennung der Oberflächenmoleküle werden selektiv bindende, monoklonale Antikörper verwendet.

DNA/DNS
Die Desoxyribonukleinsäure DNS (Engl: deoxyribonucleic acid = DNA), ist eine Nukleinsäure in Form einer Doppelhelix. Sie enthält genetische Informationen für die biologische Entwicklung von Zellen und einigen Viren. Die DNS ist aus vier Nukleinbasen, von denen jeweils zwei aus den gegenüberliegenden Strängen miteinander verbunden sind, Phosphatresten und einem Zucker aufgebaut. Während in der RNA der Zucker Ribose mit dem Phosphatrest das Rückgrat darstellt, kommt in der DNA der Zucker Desoxyribose vor.

Durchflusszytometrie
Eine Schlüsseltechnologie für die Analyse von Zellen bzw. Zellbestandteilen (Größe und Differenzierung). Die Messung erfolgt über Lichtstreuung, siehe Eintrag "FACS".

Effektor
verändert die Reaktionsgeschwindigkeit eines Enzyms. Kann als Inhibitor und als Aktivator fungieren.

ELISA
Abkürzung für enzyme-linked immuno sorbent assay. Bezeichnung für ein immunologischen Nachweisverfahren, das zB auf einer enzymatischen Farbreaktion basiert. Der ELISA gehört zur Gruppe der Immunassay-Verfahren.

Eosinophile Granulozyten
setzen toxische Substanzen frei, werden vor allem bei der Bekämpfung ‚größerer‘ Parasiten freigesetzt.

Epitop
Ort an einem Antigen, an welchen ein Antikörper spezifisch andockt. Ein Antigen kann viele (gleiche) Epitope besitzen.

Eukaryont
Im Eukaryont liegt das genetische Material (Chromosomen) in einem Kern vor. Der Kern wird durch eine Kernmembran vom Zytoplasma getrennt. Eukaryonten entwickeln sich immer aus zellkernhaltigen Ausgangszellen.

Expression
Kurz für Genexpression. Mit Expression wird zum einen die Ausprägung der genetischen Information (Genotyp) - Gene, DNA - zum Phänotyp einer Zelle oder eines Organismus, zum anderen aber auch die Synthese von Proteinen (Proteinbiosynthese) aus genetischen Informationen bezeichnet.

Follikuläre dendritische Zellen
bilden Netzwerke in sekundär lymphatischen Organen. Antigene, die sie durch den Lymphstrom erreichen werden den B-Lymphozyten präsentiert.

Frustrated Phagocytosis
Tritt auf, wenn Phagozytose nicht möglich ist, weil z.B. Partikel zu groß ist. Diese Umstände führen häufig zu einem Granulom.

Gammaglobulin
Früher Bezeichnung für Immunglobuline, abgekürzt Ig. Siehe auch --> Immunglobuline.

Gen
Als Gen wird ein Abschnitt auf der DNA bezeichnet, der die Information zur Biosynthese einer biologisch aktiven Ribonukleinsäure (RNS oder RNA) enthält. Siehe auch --> Transkription

Genom
Mit Genom wird die Gesamtheit der vererblichen Nukleinsäuren eines Organismus, einer Zelle, oder eines Virus bezeichnet.

Glomerulonephritis
Entzündung der Nierenkörperchen. Die Glomerulonephritiden sind eine Untergruppe der glomerulären Erkrankungen (Glomerulopathien).

Glykoproteine
Glykoproteine sind Makromoleküle, die aus Kohlenhydraten und einem Protein bestehen. Zu den Glykoproteinen gehören zB Plasma- und Membranproteine, Hormone, Immunglobuline und Interferone. Letztere sind Bestandteile des Immunsystems.

Granulom
kann ein Erreger durch Phagozytose nicht eliminiert werden, so wird dieser einfach ‚umzingelt‘, es entsteht ein Granulom. Der Erreger bleibt zwar vorerst vital, aber wird z.B. durch Freisetzung von Radikalen schließlich doch zerstört.

Hapten
Niedermolekulare Moleküle oder Ionen, welche alleine keine Immunantwort in einem Organismus auslösen können. Mittels eines Hapten- Carriers, der mit dem Hapten selbst einen Komplex bildet, kann aber eine Immunantwort auf das 'kleine Molekül' hervorgerufen werden. Auch körpereigene Proteine können als Carrier fungieren. Was unter Umständen zu einer Autoimmunerkrankung führen kann, kann ebenso zur Markierung körpereigener aber eventuell 'bösartiger' Zellen verwendet werden. Diese 'markierten' Zellen können so als körperfremd wahrgenommen und eliminiert werden.

Haupthistokompatibilitätskomplex: (major histocompatibility complex, MHC)
Proteinkomplexe auf körpereigenen Zellen, welche (von APC) prozessierte Antigen- Peptide binden und so den T-Zellen präsentieren. Der MHC ist in zwei Gruppen eingeteilt; Klasse I und Klasse II.

HLA
Abkürzung für human leucocyte antigen system; dt. humanes Leukozytenantigen-System, bezeichnet den humanen Haupthistokompatibilitätskomplex. HLA-Antigene dienen zum einen der Bestimmung der Histokompatibilität, die für den Erfolg von Transplantationen wichtig ist. Zum anderen kommt den HLA-Antigenen durch die HLA-Typisierung Bedeutung zu, da bekannt ist, dass viele Krankheiten mit bestimmten HLA-Antigenen assoziiert sind. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf das Krankheitsrisiko ziehen.

Homing
wird die Emigration von Immunzellen aus dem Gefäßsystem in das Gewebe, in dem sie gebraucht werden, genannt. Es wird durch die Signalwirkungen bestimmter Botenstoffe provoziert.

Immundiagnostik
Erfassung des Immunstatus des Erkrankten.

Immunglobulin, Ig
Antikörper (Engl.: Anti bodies) werden als Reaktion auf das Eindringen von körperfremden Makromolekülen (Antigenen) von weißen Blutkörperchen produziert und ausgeschüttet. Diese Immunglobuline binden dann spezifisch an das --> Epitop und 'markieren' es. Somit können die Zellen erkannt und von zuständigen Zellen (zB Makrophagen) vernichtet werden. Es gibt insgesamt fünf Immunglobulin- Klassen, welche durch die konstanten Abschnitte der schweren Kette in IgM, IgG, IgA, IgD, IgE eingeteilt werden.

Immunogenität
Immunogene besitzen diese Eigenschaft – sie löst eine Immunantwort aus. Die Immunogenität ist umso stärker, je mehr sich das Immunogen von körpereigenen Stoffen unterscheidet.

Immunprophylaxe
Anwendung spezifischer Antikörper gegen Tumorantigene, Immunstimmulanzien.

Immunsuppression
Unterdrückung immunologischer Prozesse. Ein Vorgang, der medizinisch eingesetzt wird, um unerwünschte Reaktionen des Immunsystems z.B. Abstoßung eines Organs nach der Transplantation, oder bei starker allergischer Reaktion mittels Medikamenten in Gang gesetzt wird.

Inflammation
Entzündung; wird durch gezielte Migration von Immunzellen hervorgerufen.

Interdigitierende dendritische Zellen
‚unreife‘ Zellen, welche in Gewebe einwandern und eine Verästelung ausbilden. Sie kommen beispielsweise in der Haut als ‚ Langerhans- Zellen‘ vor und nehmen ständig durch Pinozytose Substanzen aus dem Umfeld auf. Sollte ein Erreger unter den Substanzen vorhanden sein, wird die Zelle aktiviert und durch die Lymphe zu einem Lymphknoten Transportiert, wo sie das Antigen des Erregers präsentiert.

Interleukine
gehören zur Klasse der Zytokine und werden von Immunzellen sezerniert. Sie dienen beispielsweise der Anregung des Wachstums bzw. der Aktivierung von Leukozyten.

Junk-DNA
die frühere Bezeichnung für nichtkodierende Desoxyribonukleinsäure. Sie beschreibt denjenigen Teil der DNA, welcher für keine Proteine kodiert.

Keimbahnkodierte Mustererkennungsrezeptoren: (Pattern-Recognition Receptors, PRR)
Rezeptoren, die speziell an PAMPs binden.

Klonale Kontraktion: (clonal downsizing)
durch Apoptose werden zytotoxische T-Zellen nach erfolgreicher Immunantwort eliminiert.

Knochenmark als Ort der Immunzellen-Proliferation
Immunzellen stammen von pluripotenten Zellen aus dem Knochenmark, sie differenzieren sich später.

Knockout-Maus
engl.: knock-out = außer Gefecht setzen. Bezeichnung für eine Maus, bei der mittels einer genetischen Manipulation (= Gene targeting) ein oder mehrere Gene gezielt deaktiviert wurden (= Gen-Knockout). Mit Hilfe der genetisch veränderten Tiere können beispielsweise biologische Mechanismen untersucht werden.

Kommensale Flora
physiologisch von Mikroorganismen besiedelte Oberfläche des menschlichen Körpers.

Komplementsystem
besteht aus Proteinen, die kaskadenartig aktiviert werden. Ohne spezifische Antikörper werden so Erreger erkannt und gebunden. Es sind fünf ‚Konsequenzen‘ durch die Komplementaktivierung bekannt; Opsonierung, Zelllyse, Zellaktivierung, Chemotaxis und Entzündung, Gefäßpermeabilitätserhöhung. Das System dient als ‚Frühwarnsystem‘.

Konservierte molekulare Muster (Pathogen-associated molecular patterns, PAMP)
Strukturen auf der Oberfläche von Mikroorganismen, die vom angeborenen Immunsystem in der Regel erkannt werden können. Sie können nicht ohne Schädigung des Erregers mutieren und ändern sich deshalb nicht.

Kreuzreaktion
kommt vor, wenn verschiedene Antigene ähnliche Epitope tragen. Ein spezifischer Antikörper kann dadurch an unterschiedliche Antigene binden.

Leukozyten
werden auch ‚weiße Blutkörperchen‘ genannt und gehören zum spezifischen und unspezifischen Immunsystem. Sie werden in Lymphozyten, Monozyten, neutrophile Granulozyten, eosinophile Granulozyten und basophile Granulozyten unterteilt.

Lymphe
Transportsystem für Antigene, sowie Immunzellen.

Lymphozyten
sind Zellen der Immunabwehr und sind auch als ‚weiße Blutkörperchen‘ bekannt, denn sie gehören zu den Leukozyten. Sie werden in B-Lymphozyten und T-Lymphozyten eingeteilt.

Lymphozytenhomöostas
unterschiedliche Lymphozyten konkurrieren untereinander um Platz; so werden z.B. autoimmunreagierende Lymphozyten im Wachstum gehemmt.

Lysosom
enthält proteolytische Enzyme, welche phagozytierte Partikel auflösen, nachdem Phagosom und Lysosom sich zu einem ‚Phagolysosom‘ vereinigt haben.

MAGE-Antigene
Tumorantigene: Tumorassoziierte oder tumorspezifische Antigene; Antigene, die im Zellkern von Tumorzellen neu auftreten und auch im Serum von Tumorpatienten nachweisbar sind.

Makrophagen
Große Fresszellen, welche Zytokine sezernieren können. Makrophagen sind meistens die ersten Immunzellen am ‚Ort des Geschehens‘. Monozyten sind Vorläufer der Makrophagen.

Maskierende Antikörper
können an Antigene binden und diese so vor zytotoxischen Zellen ‚verstecken‘.

Mastzellen
kommen nur in Geweben wie z.B. Haut oder Schleimhaut vor. Bei einer Infektion setzen sie Zytokine und Granula, mit welcher sie gefüllt sind, frei.

Mediatoren
Biomoleküle, welche der interzellulären Kommunikation dienen, mit parakiner (in die unmittelbar benachbarte Region absondernden) Wirkung.

MHC I (major histocompatibility complex class I)
eine Form von körpereigenen Proteinen, die sich auf allen kernhaltigen Zellen des Organismus befinden. Mit MHC I präsentiert eine Zelle körperfremde Antigene für die zytotoxische T-Zelle. Weil der MHC – Genlocus polymorph ist unterscheiden sich zwei Individuen in den MHC – Allelen. Dies spielt eine große Rolle bei der Transplantationsimmunologie, da sich die Zelle mit dem MHC I als ‚Organismus- zugehörig‘ ausweisen kann.

MHC II (major histocompatibility complex class II)
Protein auf sogenannten professionellen Antigen-präsentierenden Zellen (APC), welche den T-Helferzellen körperfremde Antigene präsentieren. Zu den APC gehören unter Anderem Monozyten, Makrophagen und B-Zellen.

Mikrosatelliten
Synonyme: SSR - Simple Sequence Repeats oder auch SSLP - Simple sequence length polymorphism. Mikrosatelliten sind kurze, nicht kodierende DNA-Sequenzen, die im Genom eines Organismus oft wiederholt werden. Mikrosatelliten können zur Genanalyse verwendet werden, da die Anzahl der Wiederholungen sich bei verschiedenen Individuen unterscheidet. Bei der enzymatischen Spaltung mit einem Restriktionsenzym werden DNA-Fragmente unterschiedlicher Länge hervorgebracht. Auf diese Weise können Polymorphismen in der DNA festgestellt werden.

Monozyten
sind die Vorläufer der Makrophagen und sind zur Phagozytose und ‚Antigenpräsentation‘ befähigt, was sie zu einem APC macht.

Multiple Sklerose
Entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Vermutlich eine Autoimmunkrankheit, d.h. Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze.

Natürliche Killerzelle (natural killer cell, NK)
Lymphozyten, die infizierte Zellen, durch Antikörper markierte Erreger und Tumorzellen beseitigen. Natürliche Killerzellen erkennen entartete Zellen meist am fehlenden MHC I.

Neutralisierende Antikörper
binden z.B. an Toxine, um deren Bindung an zelluläre Rezeptoren vorzubeugen.

Nukleinbasen
Aneinander gereiht stellen sie gemeinsam mit dem Zucker (Desoxyribose in der DNA, Ribose in der RNA) und dem Phosphatrest den Grundbaustein der DNA dar. Zu den Nukleinbasen gehören: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin, wobei jeweils zwei in den gegenüberliegenden Strängen liegenden Basen mittels Wasserstoffbrücken miteinander verbunden sind.

Nekrose
Nicht von der Zelle selbst vorprogrammierter Tod. Kann beispielsweise durch Unterversorgung einer Zelle auftreten und gilt als pathologisch. Im Gegensatz dazu ist die Apoptose physiologisch.

Neutrophile Granulozyten
nehmen den Erreger auf und töten diesen durch beispielsweise Sauerstoffradikale. Siehe Polymorphkernige Granulozyten.

Northern Blot
Untersuchungsmethode, welche oft in der Molekularbiologie durchgeführt wird. Es wird zuerst eine mRNA-Spezies elektrophoretisch aufgetrennt und anschließend auf eine Membran (Blot) übertragen. Zuletzt wird unter den transferierten mRNA durch eine RNA-Sonde die gesuchte RNA-Bande nachgewiesen.

Opsonierung
‚Vorbereitung‘ eines Erregers zur Phagozytose durch beispielsweise Bindung von Proteinen an Erregeroberfläche. Mittels Opsonierung wird die Phagozytose beschleunigt.

Orale Toleranz
manche Substanzen können oral bedenkenlos aufgenommen werden, würden jedoch bei einer Injektion beispielsweise zu einer Immunantwort führen.

Paratop
Antigenbindungsstelle; bezeichnet den antigenbindenden Teil eines Antikörpers. Diese Bindungsstelle ist komplementär zum Epitop des Antigens geformt. Das Paratop liegt an der hypervariablen Region eines Antikörpers.

PCR
Abkürzung für Engl.: Polymerase Chain Reaction = Polymerase-Kettenreaktion. Die PCR ist eines der wichtigsten molekulargenetischen Verfahren zur Zeit. Sie wird angewandt, um die Erbsubstanz DNA in vitro zu vervielfältigen. Anwendungsgebiete für die PCR in biologischen und medizinischen Laboratorien sind z. B. die Erkennung von Erbkrankheiten und Virusinfektionen, das Erstellen und Überprüfen genetischer Fingerabdrücke, das Klonieren von Genen und zur Erstellung von Abstammungsgutachten.

Periphere Toleranz
Toleranz von reifen Lymphozyten gegenüber Antigenen, welche sich aus unterschiedlichen Gründen ergeben kann.

Phagozytose
große Partikel werden rezeptorvermittelt ‚gefressen‘ – Zytoplasmamembran einer Fresszelle (Makrophage z.B.) umschließt den Partikel und nimmt ihn auf.

Phagolysosom
Vereinigung von Phagosom und Lysosom.

Phagosom
Fresskörper in der Zelle, in welchen die ‚zu fressenden‘ Partikel aufgenommen werden.

Plasmazelle
Bezeichnung für eine differenzierte B-Zelle, welche Antikörper produziert und sezerniert.

Plasmid DNA
Als Plasmide werden kleine, in der Regel ringförmige, autonom replizierende, doppelsträngige DNA-Moleküle verstanden, die in Prokaryonten, aber auch in Eukaryonten vorkommen können. Plasmide liegen extrachromosomal vor.

Polymorphismus
gr. Polymorphismos "Vielgestaltigkeit". Bezeichnung für das Auftreten von unterschiedlichen Phänotypen in einer Population, die auf verschiedene Allele von Genen zurückzuführen sind.

Polymorphkernige Granulozyten
Zellen, welche in Knochenmark entwickelt, und nur bei Infektionen am Entzündungsherd freigesetzt werden. Siehe auch neutrophile, basophile, eosinophile Granulozyten.

Präzipitat
Ausfallender Komplex.

Präzipitierende Antikörper
Wenn mehrere Antikörper aus polyklonalem Serum an ein Antigen mit mehreren Epitopen binden, kann es zu einem Komplex (Präzipitat) kommen, der ‚ausfällt‘.

Primäre Immunantwort
Wird vom angeborenen und nicht-klonalen Immunsystem ausgelöst. Die meisten Immunglobuline in diesem Stadium sind die IgMs. Antikörper, Effektor- T-Zellen und B-Zellen werden gebildet.

Primär Lymphatische Organe
Thymus und Knochenmark.

Proinflammatorisch
entzündungsprovozierend.

Prokaryont
Als Prokaryont wird ein Organismus bezeichnet, in dem das genetische Material nicht innerhalb eines Zellkerns, sondern frei im Inneren der Zelle (dem Zytoplasma) vorliegt. Zu den Prokaryonten zählen die alle Bakterien und Archaeen.

Proteine
Umgangssprachlich Einweiß genannt. Proteine gehören zu den Grundbausteinen der Zellen, es sind Makromoleküle, die aus Aminosäuren gebildet werden. Diese Aminosäuren sind durch Peptidbindungen zu Ketten verbunden.

Quantitative Echtzeit PCR (quantitative real-time pcr)
eine Methode zur Vervielfältigung von Nukleinsäuren, welche unter dem gleichen Schema wie die herkömmliche PCR abläuft, jedoch zusätzlich eine quantitative Analyse der gewonnenen DNA zulässt.

Real-time RT-PCR System
Abkürzung für Polymerase Chain Reaction: Diese Untersuchung zählt zu den wichtigsten Methoden der Molekularbiologie. Sie wird eingesetzt, um einen kurzen, genau definierten Teil eines DANN-Stranges in vitro zu vervielfältigen.

Regulatorische T-Helferzellen
supprimieren eine Immunantwort – so wird beispielsweise eine Autoimmunreaktion verhindert.

Rekombination
Mittels Rekombination wird die genetische Vielfalt sichergestellt. Dabei werden bei Eukaryonten während der Meiose homologe Chromosompaare überkreuzt, damit neue Genotypen entstehen. Rekombination kann aber ebenso anderweitig auftreten: beispielsweise durch Genmaterial- Transfer (Transduktion) mit Hilfe eines Virus.

RNA - Ribonukleinsäure (ribonucleic acid, RNA)
eine Aneinanderreihung vieler Nukleinsäuren, die zum Beispiel als mRNA bei der Übersetzung genetischer Information in Proteine eine wichtige Rolle spielt.

Sekundäre Immunantwort
Latenzzeit ist kürzer als bei der primären Immunantwort, außerdem ist sie stärker (weil die antigenspezifischen T-Zellen und B-Zellen bereits vorhanden sind). In diesem Stadium sind die meisten Immunglobuline IgGs.

Sekundär Lymphatische Organe
Lymphknoten-/ bahnen, Milz. In den sekundär lymphatischen Organen befinden sich häufig naive B-Lymphozyten und T-Lymphozyten.

Sensibilisierte Mastzelle
Mastzelle, welche IgEs gebunden hält, welche sensibilisierend wirken. Bindet ein Antigen an mindestens zwei dieser Antikörper, wird eine ‚Brücke‘ geschlagen und die Mastzelle ist aktiviert. Siehe auch Degranulation.

Sepsis
Blutvergiftung aufgrund einer bakteriellen Infektion.

Sequenz
Bezeichnet die Abfolge der Nukleotide auf der DNA bzw RNA. Die Nukleinbasen Reihenfolge wird meist in 5' - 3' Richtung gelesen. Mittels DNA-Sequenzierung kann die DNA 'gelesen' werden. Siehe auch --> Nukleinbasen

Serokonversion
Antikörper sind im Serum erst nach einiger Zeit der Infektion messbar; dazwischen liegt die Entwicklungsphase der Igs (=Serokonversion). Siehe auch; Latenzzeit.

SIT
Abkürzung für Spezifische Immuntherapie.

Synergismus 
liegt vor, wenn sich zwei Signalwege gegenseitig verstärken. Gegenteil von Antagonismus.

Synogen
Gewebe von eineiigen Zwillingen ist Synogen – genetisch identisch.

T-Helferzellen
aktivieren beispielsweise B-Zellen zur Antikörperproduktion.

Thymozyten
unreife T-Lymphozyten im Thymus.

T-Lymphozyten
Kurz: T-Zellen. Sie dienen der Immunabwehr, gehören zur Gruppe der weißen Blutzellen und werden in zytotoxische T-Zellen, T-Helferzellen und regulatorische T-Helferzellen eingeteilt.

Tolerogene
Antigene, die aufgrund ihrer dauernden Präsenz vom Immunsystem toleriert werden.

Transduktion
Genetisches Fachwort für die Übertragung eines Bruchstückes des genetischen Materials eines Bakteriums durch Viren auf ein anderes Bakterium. Transduktion spielt bei der Übertragung von Resistenzgenen eine große Rolle und kann somit auch in der Gentechnik für die Menschheit eingesetzt werden.

Transkription
Synthese von RNA nach "Bauplan" der DNA. Es wird eine Negativkopie der DNA in Form der RNA hergestellt.

Transkriptom
Gesamtheit aller transkribierten Gene.

Tumorabwehr
Das Immunsystem erkennt viele mutagene Zellen und bekämpft diese mittels Zytotoxischer T- Zellen (CTZ) und natürlichen Killerzellen (NK)

Tumorantigene
Engl.: antibody generating. Tumorassoziierte oder tumorspezifische Antigene, die im Zellkern, Zytoplasma oder auf der Oberfläche von Tumorzellen neu auftreten; häufig auch im Serum von Patienten nachweisbar.

Tumor-Immunologie
Teilgebiet der Immunologie; befasst sich mit immunologischen Vorgängen, die an der Entstehung, dem Verlauf und der Abwehr bzw. Bekämpfung von bösartigen Zellproliferationen (Tumoren) beteiligt sind.

Ultrazentrifuge
Eine Zentrifuge, deren Rotor sich im Vakuum bewegt sodass es zu keiner Luftreibung kommen kann. Sie ist optimal für hohe Geschwindigkeiten geeignet – 500000 Umdrehungen pro Minute sind möglich.

Vakzine
Impfstoff aus lebenden, in ihrer Virulenz abgeschwächten oder inaktivierten Krankheitserregern, Bruchstücken von Proteinen, oder aus entgifteten Toxinen (= Toxoiden). So beschreibt ein Vakzin zB ein gentechnisch hergestelltes Antigen. Im Rahmen einer solchen Impfung soll das Immunsystem aktiviert werden hinsichtlich eines bestimmten Erregers oder einer Erregergruppe.

Western Blot
Untersuchungsmethode der Molekularbiologie. Hierfür wird ein Transfer von Proteinen auf eine Membran (Blot) vorgenommen, welche zuvor gelelektrophoretisch aufgetrennt wurden. Zum Nachweis der Proteine werden die transferierten Proteine mit einem Antiserum überschichtet .

Xenogen
Gewebe einer anderen Spezies.

Yersinia
Eine Gattung von (gramnegativen) Bakterien.

Zellmigration
Wanderung von Immunzellen zum Ort der Immunantwort. Richtung wird durch beispielsweise steigendes Vorhandensein chemotaktisch aktiver Moleküle erfasst.

Zentrale Toleranz
Eine Toleranz von T-Zellen und B-Zellen gegen körpereigene Zellen, die während der Entwicklung den Lymphozyten eingeprägt wird.

Zytokine
lösliche Polypeptide; Botenstoffe, die das Immunsystem in Gang setzen und z.B. eine Entzündung hervorrufen können.

Zytotoxische T-Zellen (cytotoxic t cell, CTL)
bekämpfen einen Erreger ‚direkt‘. Wenn sie durch einen Rezeptor an einen Erreger andocken, schütten sie zytotoxische Substanzen aus. Dieser Mechanismus findet auch statt, wenn eine infizierte Zelle ein ‚fremdes‘ Antigen (Peptid) ‚präsentiert‘.